Frankreich und der islamistische Terror: Wie sollten wir reagieren?

Datum:
17.12.2020
Zeit:
19:00 Uhr
Ort:
Online via Zoom (Anmeldung: siehe unten)

Wir laden Sie zu unserem nächsten Berliner Salon am Donnerstag, 17.12.2020 um 19.00 Uhr ein.

Im Oktober dieses Jahres erlebte Frankreich eine Reihe tödlicher islamistischer Anschläge: In einem Vorort von Paris wurde der Lehrer Samuel Paty auf offener Straße enthauptet und in einer Kirche in Nizza wurden drei Personen erstochen. Damit stieg die Zahl der Opfer, die der islamistische Terror in Frankreich in den letzten Jahren gefordert hat, auf über 260.

Haben wir uns, trotz des Entsetzens nach jeder neuen Tat, an diese Form des Terrors gewöhnt? Immer weniger Menschen dürften sich noch an die Zeit von vor ca. 20 Jahren erinnern, als der islamistische Terror, zumindest in Europa, weitgehend unbekannt war. Neben einem gefährlichen Gewöhnungseffekt, spricht aus der Haltung vieler Politiker und Kommentatoren auch ein Gefühl der Ratlosigkeit. Eine klare Meinung darüber, wie der Terror zu bekämpfen sei, fehlt. Als Präsident Macron in Frankreich härtere Maßnahmen gegen radikale Muslime ankündigte und das Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigte (er sprach von einem “Recht auf Blasphemie”), wurde er – auch von deutschen Kommentatoren – heftig kritisiert.

Klar ist, dass sich der Terrorismus gegen freiheitliche und demokratische Werte richtet. Aber ist es angemessen, sich bei der Verteidigung dieser Werte allein auf die muslimische Gemeinschaft zu konzentrieren? Manche betrachten ihn als eine Folge der westlichen Militärinterventionen in Syrien oder Afghanistan. Andere, wie der französische Bildungsminister Jean-Michel Blanquer, sehen ein Versagen, das bis tief in die Mitte der Gesellschaft reicht. Die Rede ist dabei von einem “islamo-gauchisme” (einem linken Islamismus), der offen oder unterschwellig mit dem politischen Islam sympathisiere. Auch der deutsche Kolumnist Sascha Lobo, spricht von einem “Verniedlichungsrassismus” und meint damit, dass islamistische Täter von vielen nicht ausreichend zur Verantwortung gezogen werden. Andere wiederum sehen gerade in diesen Begriffen ein Zeichen für eine wachsende “Islamophobie”. Sie weisen darauf hin, dass die meisten Opfer des islamistischen Terrors andere Muslime sind.

Wie also ist dem islamistischen Terror zu begegnen? Wie kommt es zu einer derartigen Radikalisierung? Wie schaffen wir es, den radikalen Islamismus zu kritisieren, ohne anti-muslimische Ressentiments zu befördern? Wie könnte die Solidarität mit Frankreich aussehen? Wird es uns in der neu anbrechenden Dekade gelingen, die Geißel des islamistischen Terrors zu besiegen?

Darüber wollen wir mit Ihnen in unserem Berliner Salon diskutieren. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Referent

  • Dr. Kai Funkschmidt, Theologe, Referent an der EZW Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

Literaturtipps

Anmeldung

Die Diskussion findet online per Zoom statt. Den Link erhalten Sie, wenn Sie sich auf unserer Meetup-Seite anmelden.