Die Macht der Technikkonzerne: Was ist aus dem Freiheitsversprechen geworden?

Datum:
25.02.2021
Zeit:
19:15 Uhr
Ort:
Online via Zoom (Anmeldung: siehe unten)

Wir laden Sie zu unserem nächsten Berliner Salon am Donnerstag, 25.02.2021 um 19.15 Uhr ein.

Vor 25 Jahren, im Februar 1996 verkündete der Aktivist John Perry Barlow seine Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace, in der es hieß: „Regierungen der industriellen Welt, ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Ich erkläre den globalen sozialen Raum, den wir errichten, als gänzlich unabhängig von der Tyrannei, die ihr über uns auszuüben anstrebt.“
Heute gilt das Versprechen der unendlichen Freiheit des Internets als ein zweischneidiges Schwert. Twitter, Facebook, Instagram usw. bringen Menschen zusammen und fördern den Ideenaustausch. Gleichzeitig aber gelten sie als Brutstätten für Verschwörungstheorien und Hasspropaganda. Seit Jahren fordern Politiker und Vertreter von NGOs ihre Regulierung. So sind die Betreiber sozialer Netzwerke in Deutschland seit Februar letzten Jahres verpflichtet, rechtswidrige Posts an das Bundeskriminalamt zu melden.

Doch der Wunsch nach mehr Kontrolle geht nicht nur von den Regierungen aus. Auch die großen Plattformen, die sich einst selbst als Orte der Freiheit priesen, löschen immer mehr unerwünschte Inhalte. Unterdessen sind sie mächtig genug, um selbst führende Politiker in die Knie zu zwingen. Dies zeigte sich im Januar, als Donald Trump dauerhaft von Twitter verbannt wurde. Ihre faktische Monopolstellung erlaubt es ihnen, potentielle Konkurrenten vom Markt zu verdrängen. So wurde die alternative Plattform Parler – die von sich behauptet, die Redefreiheit schützen zu wollen – von Apple, Google und Amazon boykottiert. Diese Machtdemonstrationen der Tech-Giganten blieben nicht ohne Kritik: Die Bundeskanzlerin bezeichnete die Twitter-Sperrung Trumps als problematisch und der Kreml Kritiker Alexej Nawalny sprach von einem „inakzeptablen Akt der Zensur“.

War es also utopisch oder naiv zu glauben, dass mit dem Internet ein Raum der Freiheit heranwachsen werde? Welche Rolle sollten die sozialen Medien spielen – vor allem in Zeiten, in denen andere Austauschmöglichkeiten wegen Corona nicht zur Verfügung stehen? Sind die Tech-Giganten zu mächtig geworden und müssen wir befürchten, dass sie sogar den Wahlkampf beeinflussen könnten?

Redner

  • Jörg Michael Neubert: Verhaltensökonom und Journalist (Novo)
  • Sascha Tamm: Referatsleiter Transatlantischer Dialog und Lateinamerika, Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit, Moderator des Podcast Asozial


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Anmeldung

Die Diskussion findet online per Zoom statt. Eintritt: frei, Einlass ab 19.00 Uhr. Den Link erhalten Sie, wenn Sie sich auf unserer Meetup-Seite anmelden.