Der neue europäische Populismus: Gefahr oder Chance?

Datum:
20.11.2014
Zeit:
20:00 Uhr
Ort:
Tilsiter Lichtspiele (10249 Berlin)

Populismus als Ausdruck der Unzufriedenheit europäischer Bürger und dem schwindenden Einfluss der Parteien.

Überall in Europa verzeichnen Parteien von den Rändern des politischen Spektrums Wahlerfolge, etwa die UKIP im Vereinigten Königreich und Front National in Frankreich. In Deutschland ist dieser Trend vor allem an Stimmenverlusten für etablierte Parteien und dem Aufstieg der euroskeptischen AfD (Alternative für Deutschland) zu erkennen. Diese erhielt bei den letzten Wahlen im Mai sieben Prozent der Wählerstimmen. Hinzu kommt ein Rekordtief bei der Wahlbeteiligung von 48,1 Prozent bei der letzten Europawahl. Von 62 Millionen wahlberechtigten Bundesbürgern wählten nur 9 Millionen (ca. 14,5%) die CDU.

Diese Entwicklung verweist nicht nur auf die Unzufriedenheit der europäischen Bürger mit etablierten Parteien, sie zeugt auch von deren schwindenden Einfluss. Wie sonst lässt sich erklären, dass Parteien, die als populistisch oder gar rassistisch galten, plötzlich so viel Zuspruch erhalten? Selbst in Deutschland sahen sich Regierung und Medien dazu genötigt, jede Form von Euroskepsis und Wahlmüdigkeit zu verdammen. Finanzminister Wolfgang Schäuble zum Beispiel verkündete vor den Wahlen im Mai, der Standpunkt der AfD zum Euro sei „grundlegend falsch“, „komplett unglaubwürdig und für unseren Wohlstand brandgefährlich“.

Fehlen den etablierten Parteien einfach die Argumente, um Wähler zu überzeugen und Front National, UKIP oder AfD Einhalt zu gebieten? Falls ja, ist der Aufstieg dieser neuen Parteien nicht eigentlich etwas Positives, weil so Debatten in Gang gebracht werden? Oder fußt ihr Erfolg nur auf populistischen Parolen, etwa zum Thema Integration? Wie weit die sind Etablierten und die Neuen inhaltlich wirklich voneinander entfernt? Handelt es sich bei Letzteren um ein Auffangbecken für alle, die von den politischen Eliten übersehen werden, weil keine Verbindung mehr zwischen Politikern und Wählern besteht? Was bedeuten Wahlmüdigkeit und Protestwahlen für die Zukunft Europas?

Podium:

  • Vera Lengsfeld, Publizistin und Bürgerrechtlerin, MdB (1990-2005)
  • Dr Timo Lochocki, Populismusexperte, Deutscher Marshall-Fonds der USA
  • Brendan O'Neill, Chefredakteur des britischen Onlinemagazins Spiked; Kolumnen u.a. in Spectator, Big Issue, The Australian
  • Sebastian Pfeffer, Redakteur und parlamentarischer Korrespondent The European
  • Clemens Schneider, Mitbegründer Prometheus - Das Freiheitsinstitut

Moderator:

  • Sabine Beppler-Spahl, Redakteurin NovoArgumente; Inhaberin Sprachkunst36

Eintritt:

4,50 EUR Abendkasse (Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt)

 

Die Diskussionsveranstaltung wird vom Berliner Think-Tank Freiblickinstitut und dem Politikmagazin NovoArgumente in Kooperation mit dem Programmkino Tilsiter Lichtspiele, dem Londoner Institute of Ideas und dem Europäischen Debattierhausnetzwerk Time to Talk aus Sofia organisiert. Sie ist ein „Satellite-Event“ des jährlich in London stattfindenden „Battle of Ideas“-Debattenfestivals mit weiteren internationalen „Satellite Events“ u.a. in Athen, Brüssel und Zürich.

 

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Johannes Richardt, Redaktionsleiter NovoArgumente
Telefon: +49 (0)69 26018533
Johannes.Richardtnovo-argumentecom