Kommentare zum Freiheitsmanifest

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Kommentare (55)

Boris Kotchoubey am 04.11.2013
Viellleicht sollen wir auch darüber sprechen, dass Freiheit immer eine Selbstkontrolle der Gesellschaft voraussetzt. das fehlen sieser Selbstkontrolle führt nicht, wie es manchmal erscheint, zu mehr Freiheit, sondern dagegen zur Notwendigkeit staatlichen Zwangs bis auf Diktatur.

Beispiel Rauchen: Im idealen Fall sollen Raucher und Nichtraucher einfach miteinander reden können, was einem nicht gefällt und was einen stört. Sie sollen gegenüber einander kompromissbereit sein. Fehlt die Kompromissfähigkeit, muss (leider!) der Staat eingreifen und im Grunde unnötigen Normen einführen.

Beispiel Kinder: Bestimmte Arten von ihrem Verhalten können nicht toleriert werden. Eltern oder auch andere Erwachsene sollen eingreifen und den Kindern sagen, dass es so nicht geht, evtl. ihnen bestimmte Dinge auch verbieten. Was wir dagegen getan haben, im 1. Schritt haben wir die Erwachsenen diese Möglichkeit genommen (das sei “autoritär”), um im 2. Schritt die Funktion der Autorität allein dem Staat zu verleihen. So dürfen die Eltern nicht mehr ihren Kind sagen, “Du sollst Bubble-Tee nicht trinken, das schadet deiner Gesundheit!”, sondern der Staat muss vom Gesetz den Vertrieb von Bubble-Tee an Kinder verbieten.
Jochen Seelig am 07.11.2013
Interessant, daß einer der Unterzeichner (und auch Verfasser?) des Freiheitsmanifestes für staatlichen Zwang ist (siehe Beispiele). Worin unterscheidet sich diese Haltung von einer, nennen wir es mal, “Diktatur des guten Willens”? Oder warum nicht den “gütigen” Monarchen unterstützen, der kann die Belästigung durch Raucher auch beenden. Die Formulierung “muss der Staat im Grunde unnötige Normen einführen” bedeutet letzlich, den Staat zu legitimieren, in jegliche Lebensbereiche einzugreifen, denn die “Gesellschaft” ist anscheinend nicht in der Lage, sich selber zu regulieren.
Desweiteren sind die Elternverbote erfunden, darauf eine Argumentation aufzubauen, ist abenteuerlich, da hier locker Fragen der Soziologie, der Politik usw. durcheinandergewürfelt werden, ja um was eigentlich zu belegen? Abgesehen davon, daß Herr Kotchoubey der Gesundheitspropaganda erlegen zu sein scheint und somit ein ganz gewöhnlicher Gutmensch ist, der staatlichen Zwang propagiert im Namen der guten Sache, die anscheinend nur der Staat zu ermitteln in der Lage ist.
Liberalismus 2.0…
individuum am 04.11.2013
Die Thesen zur Einwanderung sind pure Ideologie. Das Recht auf Privatheit gegenüber Staat und Mitbürgern ist das Recht, zu diskriminieren. Eine freiwillige oder historisch gewachsene Assoziation von Individuen ( Gruppe, Staat) diskriminiert allein schon durch die Tatsache, daß sie sich zusammenschließt und andere von diesem Zusammenschluß ausschließt . Andernfalls hätte der Zusammenschluß keinen Sinn. Wer dazugehören will, muß die Bedingungen, die von dieser Gemeinschaft gesetzt werden, akzeptieren. Es gibt ein innen und ein außen. Seine Staatsbürger darf der Staat nicht diskriminieren, Bürger anderer Staaten muß er diskriminieren, sonst kann er seine eigenen Bürger nicht mehr schützen.
Wenn jeder überall bedingungslos genommen wird, gibt es keine territorialen Gemeinschaften mehr, sondern einen Weltstaat.
Wollen Sie das? Dann sagen Sie es!
Quentin Quencher am 04.11.2013
Hallo individuum,

Das mit dem Wunsch der Zugehörigkeit ist so eine Sache. Wer will wo dazugehören? So einfach lässt sich das nämlich nicht beantworten. Ich bin der Meinung, es sollte statt einen Zwang zur Integration eine Bereitschaft geben, andere Gemeinschaften als Diaspora zu akzeptieren. Deswegen müssen trotzdem Gesetze befolgt werden die die jeweiligen Nationalstaaten erlassen. Der Zwang zur Integration bedeutet ja, dass Ausländer ihre Identität aufgeben müssen, Multikulti aber das Ergebnis ist. Mit der weiteren Folge dass sowohl Zuwanderer als auch die Mehrheitsgesellschaft ihre Kultur verlieren, ohne dass eine neue entsteht.

Letzlich ist es eine Aushandlungsfrage: Welche Freiheiten gelten für den Einzelnen, und welche Freiheiten gelten für die Merheitsgemeinschaften. Nicht Integration sollte erzwungen werden, sondern die Möglichkeit zur verständnisvollen Koexistenz geschaffen werden.
Thilo Spahl am 04.11.2013
Ein Weltstaat ist sicher nicht erstrebenswert, sondern souveräne Nationalstaaten, die sich jedoch nicht abschotten, sondern gehen lassen, wem es nicht gefällt, und einreisen lassen, wer versuchen will, dort sein Glück zu machen und natürlich die Bedingungen, sprich Gesetze, zu akzeptieren, die dort gelten.
LePenseur am 03.11.2013
Mit Vorbehalten einverstanden. Meine Anmerkungen siehe hier:

http://lepenseur-lepenseur.blogspot.com/2013/11/freiheitsmanifest-13-thesen-fur-die.html
Pepe Müller am 03.11.2013
Wegen der viel zu pauschal formulierten These 12 (“Offene Grenzen” und angebliche Bereicherung durch ungesteuerte Einwanderung) werde ich dieses “Manifest” nicht unterzeichnen. Es gibt beträchtliche Schattenseiten der Einwanderung (hohe Kosten im Sozialstaat, allmähliche kulturelle Überlagerung durch aggressive islamische Einwanderer… etc.); eine freie Debatte müsste also auch die Vor- und Nachteile der ungesteuerten Einwanderung umfassen. Dafür wäre ich.
Johnny K. am 23.11.2013
These 12 ist in einer geburtenschwachen Gesellschaft die Aufforderung, kollektiven kulturellen Selbstmord zu begehen. Sehen sie sich die realen Zustände in unseren Ballungsräumen an, insbesondere in stark islamisch geprägten Stadtvierteln – wer dann IMMER noch von “Bereicherung” sprechen möchte, dem schlage ich dringend den Besuch beim Arzt vor. Das ist KEINE Bereicherung (jedenfalls nicht für uns), sondern die schrittweise Auslöschung unserer deutschen Kultur, von uns selbst finanziert. Nur weltfremde und abgehobene “Idealisten” können sich einen Unsinn wie These 12 ausdenken.
Feldheld am 03.11.2013
zu Punkt 4:
Nur der Staat kann die Freiheit des Individuums garantieren. Vorstellungen von absoluter Freiheit ohne Konzession und Kompromiss sind infantile Tagträume. Wenn ich heute von “ausufernder Überwachung” lese, kann ich mich nur noch an den Kopf fassen. Ich bin froh, daß öffentliche Plätze von Kameras überwacht werden und daß Sicherheitsmaßnahmen gegen Terrorismus getroffen werden. Zweifellos haben diese auch Nachteile und Risiken und es ist völlig ok, diese im Einzelfall kritisch zu betrachten. Sie sind aber kein grundsätzliches Übel, sondern ein grundsätzlicher Segen.

zu Punkt 8:
Wer seine Meinung öffentlich kundtut, wird Gegenwind bekommen. Das war immer so und das wird auch immer so sein. Wenn ich heute im Deutschland des Jahres 2013 Leute jammern höre man dürfe nicht alles sagen, kann ich nur sagen, sie haben sich ihre eingebildete Unfreiheit redlich verdient. Zu keiner Zeit und an keinem Ort war es je so risikoarm, seine Meinung öffentlich zu sagen. Und zugleich wurde kaum je so viel über angebliches “nicht-sagen-dürfen” gejammert wie in diesem mit unverdienter Freiheit beispiellos verwöhnten Land.

Freiheit gewinnt der, der einen Arsch in der Hose hat, die Feigen und Mimosenhaften bekommen Unfreiheit. Freiheit kriegt man nicht vom Jammern und Fordern, man bekommt sie nicht von oben oder von anderen geschenkt. Man muß sie sich erkämpfen, erschleichen, ergaunern und manchmal muß man für sie Kriege führen und töten. Die individuelle Freiheit ist stets dort am größten, wo es der amorphen Masse der Individuen gelingt, dem Kollektiv der Lemmingnaturen hinreichend Respekt zu gebieten.
Quentin Quencher am 02.11.2013
Freiheit, das wurde mir beim lesen des Textes wieder einmal sehr klar, muss ständig neu beschrieben und auch ausgehandelt werden. Der ganze Kommentar ist etwas länger geworden, deshalb hier:
http://glitzerwasser.blogspot.com/2013/11/die-13-thesen-zur-freiheit.html
Erich Grantzau am 02.11.2013
These 12 “Offene Grenzen…”
Zweifellos ist es vorteilhaft, wenn Menschen ungehindert dort hingehen können wo sie Arbeit finden. Das Einwanderungswellen in aller Regel mit Wachstums- und Wohlstandsimpulsen zu verbinden sind, ist auch unbestritten.
Wie halten wir es jedoch global gesehen mit den Regionen, die durch die Auswanderung häufig auch gut ausgebildeter Bürger leiden?
Was uns nützt schadet den Ländern, deren Bürger sich dort ab- und zu uns hinwenden.
Tragen wir eine Mitschuld an der personalen Devastation dieser Länder und Regionen?
Hermann Meßmer am 01.11.2013
„Eine freiwillige Kooperation souveräner Staaten…“
Zu mehr reicht es nicht in einem Freiheitsmanifest?
Ein einziges Mal taucht das Wort Freiwillig kleingeschrieben auf.
An keiner Stelle im Text wird die Freiwilligkeit des Individuums genannt.
Die Freiwilligkeit spielt keine Rolle gegenüber dem Staat im sogenannten „Freiheitsmanifest“.
Ihr Staatsgläubigen versuchen den Glauben an den guten Staat ohne eine Freiwilligkeit am Leben zu erhalten.
An keiner Stelle wird Andersdenkenden wie mir ein freiwilliges Sezessionsrecht zugestanden.
An keiner Stelle wird der Staat selbst in Frage gestellt.
An keiner Stelle wird die Demokratie selbst in Frage gestellt.
Die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit ist die Grundlage eures Manifestes.
Liebe Autoren, ihr habt euch ein miserables Fundament ausgesucht.
Ihr versucht das Wort Freiheit ohne das Wort Freiwilligkeit hinzubiegen.
Freiheit ohne Freiwilligkeit geht aber gar nicht!
Kai Rogusch am 17.11.2013
Herr Meßmer, Ihr Kommentar macht mich sehr neugierig. Ich frage mich: Was für ein prinzipielles Staats- und Gesellschaftsverständnis liegt Ihren Ausführungen zugrunde? Ein “Staat” ist meines Erachtens schon begriffsnotwendig etwas, das in letzter Konsequenz mit “hoheitlicher” Gewalt eine hoheitliche Geltung des von ihm gesetzten hoheitlichen Rechtes (und daraus abgeleitet auch nicht zuletzt der auf der Grundlage dieses hoheitlichen Rechtes vereinbarten privatrechtlichen Verträge) durchsetzt. Wenn Sie nun die Forderung erheben, man solle die Demokratie – und gar den Staat an sich – in Frage zu stellen, dann müssen Sie, wenn Sie den Wert der “Freiwilligkeit” so sehr betonen, von der Möglichkeit einer vollkommen gewaltlosen Welt ausgehen. Habe ich Sie da richtig verstanden? Das wäre immerhin ein sehr sympathischer anarchistischer Ausblick auf unser aller Zusammenleben.
Hermann Meßmer am 24.11.2013
Vielen Dank für Ihr Interesse.
Ein Staat, ein Gewaltmonopol, ist nicht notwendig.
Leider ist die Überzeugung der meisten Mitmenschen, es darf eines Staates, so tief verwurzelt, dass es ungeheuerlich ist eine Welt ohne Staat zu denken.

Ich gehe nicht von einer Gesellschaft ohne Gewalt aus. Diese Utopie ist mir zu weit weg.
Zu einer Gesellschaft ohne Staat, einer Privatrechtgesellschaft, möchte ich folgenden Artikel empfehlen:
http://www.misesde.org/wordpress/wp-content/uploads/2013/07/Robert-P.-Murphy-Chaos-Theory-Deutsch.pdf

Mehr dazu finden Sie auch unter
http://www.freiwilligfrei.info
http://www.freitum.de
http://www.globalefreiheit.de
http://www.apriorist.de
http://www.voluntarist.de

Liebe Grüße
Hermann Meßmer
Stuergel am 31.10.2013
Warum die Reduktion auf die repräsentative Demokratie? Direktdemokratische Elemente sind das wichtige Korrektiv, dass den Filz zurückhält.

Gerade jetzt, wo die große Koalition kommt und die Beschlüsse der Koalitionsverhandlungen der Executive nur noch legislativ mit breiter Mehrheit durchgewunken werden. Das ist das Ende parlamentarischer Streitkultur.
Rotspoon am 01.11.2013
Keine Frage, das sehe ich ebenso. Es ist die “direkte Demokratie” (die ich nur in Anführungsstrichen denken kann) in aller Munde. Aber spätestens seit Hannah Arendt dürfen wir auch die Rätedemokratie wieder ins Auge fassen
Peter Vulpius am 03.11.2013
Direktdemokratische Elemente: Ein wünschenswerter, aber im gesellschaftlichen Alltag nicht
umsetzbarer Ansatz!!! Wir werden immer wieder an unseren menschlichen Schwächen scheitern.
Der Filz, von dem die Rede ist, ist doch eine selbstgefällige Unterstellung, die grundsätzlich Allen, die politische Verantwortung übernehmen, vorwirft, nur persönliches Interessen zu pflegen.
Dies ist mir zu einfach gedacht !!! Im Gegenteil: Stärkung der repräsentativen. Demokratie bei gleichzeitigem Versuch, Lobbyinteressen zu beschränken wäre ein Ansatz.
Und verkürzt gesagt: Wir sollten doch Alle bitte nicht so tun, als würden wir “direktdemokratische Elemente” auch dann für gut halten ,wenn sie unseren eigenen Positionen nicht entsprechen würden!
Kai Rogusch am 17.11.2013
@Rotspoon&Stuergel:

Ich gebe Ihnen Recht, das Thema “direkte Demokratie” wurde im Manifest leider nicht behandelt. In Zukunft werden wir dieses Thema aber sicher noch eingehend beleuchten. Denn ob die “direkte Demokratie” die authentischere Form der Ermittlung und Repräsentation der in unserer Gesellschaft vorhandenen Interessen, Ansichten und Lebenslagen darstellt, wird noch zu klären sein…

Hier im Manifest ging es uns vor allem darum, die Schwächung unserer ohnehin nicht vollkommenen repräsentativen Institutionen ins Blickfeld zu rücken. Dabei fragen wir uns: Warum erscheint die (Partei-)Politik heute vielen Leuten so unattraktiv und “inhaltsleer”? Warum werden gesetzgeberische Befugnisse an die EU abgetreten? Was für ein Menschenbild steckt hinter dem Trend, dass immer mehr Bereiche der Politik in abgeschotteten Ausschüssen und Expertenräten verhandelt und von den Parlamenten kaum noch richtig entschieden, sondern “abgenickt” werden?

Bei der Beantwortung allein dieser Fragen ist auch dieses Manifest nur ein erster Anfang. Vielleicht gibt es gar Leute, die einige Grundannahmen, die den obigen Fragen implizit zugrunde liegen, in dieser Form gar nicht teilen? Anlass genug, eine klärende Diskussion zu führen.