Kommentare zum Freiheitsmanifest

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Kommentare (55)

Philipp Reinhold am 26.11.2013
Freiheit ist die Ablehnung von vorgegebener Konformität. Eine freiheitliche Gesellschaft versucht jeden in die bestmögliche Lage zu versetzen seinen eigenen Lebensplan zu entwickeln und tritt diesem mit grundlegender Akzeptanz entgegen. Sie begegnet jedem einzelnen mit Toleranz. Eine freiheitliche Gesellschaft hält irratonale Entscheidungen und vermeintliche Fehler des Einzelnen aus und reagiert hierauf nicht mit panischer Bevormundung.
Rita König-Cramer am 26.11.2013
Die Freiheit, mein Leben selbstbestimmt zu leben, ist nur in einer wahren Demokratie möglich !!!
Stefan Klinkigt am 26.11.2013
Als bildender Künstler dieses Landes bin ich geradezu entsetzt über die zunehmende Versuche der Aushöhlung grundgesetzlich garantierter Freiheitsrechte, die oftmals noch in geradezu grotesker Weise mit Rücksichtnahme auf religiöse Befindlichkeiten oder mit einer Notwendigkeit der Rettung des Weltklimas „begründet” werden. Einer solchen Unterwanderung unserer hart erkämpften Freiheitsrechte und der schleichenden Implementierung totalitärer Strukturen sollte entschlossen entgegengetreten werden.
Johnny K. am 23.11.2013
Hier die Realität (bereits vorgefiltert und geschönt durch die Mainstreammedien) zu These 12. Wollen wir NOCH mehr davon? Wirklich? http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/bundesagentur-fuer-arbeit-jeder-dritte-arbeitslose-hat-auslaendische-wurzeln-12677000.html
Sabine Beppler-Spahl am 01.12.2013
Hallo Johnny,

die Zahlen zu Arbeitslosigkeit und Einwanderung kenne ich. Das Gleiche kann bei der OECD nachgelesen werden (in Spanien sind z.B. nach Jahren der relativen Vollbeschäftigung Einwanderer überdurchschnittlich von der Euro Krise betroffen).

Die Frage ist, welche Rückschlüsse wir daraus ziehen. Den Einwanderern die Schuld an der Entwicklung zu geben hieße, die tatsächlichen Ursachen der Krise zu verkennen.

Leider werden für wirtschaftliche und soziale Missstände häufig Immigranten verantwortlich gemacht. So etwas nennt man Sündenbockpolitik. Diese schadet nicht nur den Immigranten, sondern uns allen. Es handelt sich um eine Flucht vor der Realität – und vor der harten Arbeit, die eigentlichen, hausgemachten Probleme zu benennen und zu lösen.

Es ist zynisch, diejenigen, die die ersten Opfer einer lahmenden Wirtschaft sind, dafür auch noch verantwortlich zu machen. Eine Gesellschaft, die der Einwanderung feindlich gegenüber steht, verfällt dem Stillstand.

Übrigens: So wie es stimmt, dass in Zeiten der Krise oft Immigranten als erste ihre Stellen verlieren, so stimmt es auch, dass sie in Zeiten des Aufschwungs schnell wieder Arbeit finden.
Rainer Artelt am 19.12.2013
Einwanderung ja! Aber nicht hinein in die Sozialsysteme. Deutschland braucht eine qualifizierte (keine “hoch”-qualifizierte) und integrationswillige Zuwanderung. Es sind m.E. gerade nicht die dynamischten Menschen aus anderen Ländern, die derzeit das Bild der deutschen Zuwanderung bestimmen, sondern zu einem Gutteil eben jene Menschen wandern zu, die die derzeitige deutsche Grundsicherung (Hartz IV; ohne persönliche Gegenleistung) interessanter finden als für ebendiesen Lohn im Heimatland arbeiten zu müssen. Ernsthaft politisch Verfolgte müssten in Deutschland selbstverständlich jederzeit Asyl finden können.
Sebastian R. am 22.11.2013
These 10 finde ich persönlich etwas befremdlich: “Überwinde die Natur für maximalen westlichen Wohlstand”. Die Natur und auch ihre Eigenschaften und Grenzen bieten einen Wohlstand, der dem, der durch “freiheitliche Ausbeutung” der Ressourcen gewonnen werden kann, oft und weit überlegen ist.
Freiheit darf nicht schleichend mit dem Diktat einer westlichen Wohlstandsdefintion einhergehen. Wohlstand, Reichtum, Vermögen sind keinesfalls Synonyme für Freiheit, Glück und Zufriedenheit.
Sabine Beppler-Spahl am 27.11.2013
Nun, in vielen Sprachen ist das Wort “Glück” ein Synonym für Reichtum und Vermögen. Denken Sie an das englische “fortune” (fortunately= glücklicherweise). Fortune bedeutet sowohl Glück als auch Vermögen. Für unsere Vorfahren, die das Elend der Armut kannten, galt Reichtum als wichtigste Voraussetzungen für ein glückliches Leben. Die sprachliche Übereinstimmung ist kein Zufall (und nicht nur aufs Englische beschränkt). Dass sich nicht alle Probleme mit Geld lösen lassen, und nicht jeder Reiche glücklich ist, steht auf einem anderen Blatt. Doch daraus zu schließen, der Wohlstand sei schuld an dem Unglück unserer Welt, ist m.M.n. verkehrt. Auch die Unglücklichen genießen den Wohlstand unserer heutigen Zeit.
Sebastian R. am 27.11.2013
Dass die meisten Antidepressiva in der sog. wohlhabenden westlichen Welt verbraucht werden, ist da sicherlich nur Zufall.

Glück ist nicht allgemein definierbar, egal welche sprachliche Herleitung man bemüht, es findet sich sicher eine Sprache, in welcher das Wort Glück einhergeht mit materieller Mittel- und somit Zwanglosigkeit.

Reichtum führt nur dann zu Glück, wenn man sich innerlich von Vorhandensein materieller Güter abhängig macht. Das Vorhandensein von Geld befriedigt dann diese Abhängigkeit (innerer Zwang) und wird als Glück interpretiert. Ist es aber nicht, da es einen im Grund nur bindet und bei Wegfall automatisch ins Unglück stürzt.

Alles was Du hast, hat irgendwann Dich (Filmzitat).

Jeder hat das uneingeschränkte Recht, sein Glück selbst zu definieren und keine politische Strömung – allen voran eine liberale – hat das Recht, ein Glücksmodell vorzuschreiben.
pinetop am 22.11.2013
Das Manifest hat die Religionsfreiheit ignoriert. Es stellt sich die Frage, ob den Religionsgemeinschaften oder dem Individuum dieses Recht gewährt wird. Je nach Beantwortung ergeben sich unterschiedliche Konsequenzen. Hat der Staat die Rechte des Religionskollektivs auch dann zu achten, wenn dieses Kollektiv die Rechte seiner individuellen Mitglieder beschneidet? Muss der Staat Vorschriften einer Religionsgemeinschaft achten oder verteidigen, wenn diese z. B. nur Heiraten innerhalb des Kollektivs erlaubt?

Leben wir in einer freien Gesellschaft, ist Religionsfreiheit ein Privileg. Denn sie dürfen, was Ungläubigen verboten ist. Betrachten wir Religionsfreiheit streng individuell, ist sie auch überflüssig, da sie ein Teil der allgemeinen Gewissensfreiheit ist.
Loewe am 21.11.2013
Die repräsentative Demokratie ohne Absicherung durch die direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild kann unsere Freiheit nicht schützen. Die direkte Demokratie ist notwendige Voraussetzung für Freiheit. Zur direkten Demokratie gehört Eigenverantwortung der Bürger in überschaubaren Einheiten : Stadt bzw. Landkreis, Bundesland, Bundesstaat. Trennung der Steuern nach dieser Dreiteilung. Klare Verantwortlichkeiten, Ueberschaubarkeit der Entscheidungen.
Andrea Andromidas am 09.11.2013
Was mir besonders gut gefällt, ist die eindeutige Ablehnung des Malthusianismus. Egal ob Birkenstocksandalenträger oder Umweltfondsspekulant- die grüne Ideologie ist die Ideologie einer Oligarchie, die den Planeten für ihre Zwecke bewirtschaften aber der Mehrheit aller Menschen die Lebensgrundlage nehmen will.
Was ich vermisse, sind deutlichere Aussagen zur Wirtschaft. Was heißt Marktwirtschaft? Außer dass es wie hier den Unterschied zur Planwirtschaft meint, sagt es nichts Wirkliches.
Wie stehen Sie denn zu betrügerischen Wettgeschäften, die seit dem Big Bang der Margaret Thatcher ( einer Bewunderin von Friedrich von Hayek ) legalisiert wurden, mittlerweile vom Volumen her ein Hundertfaches der Realwirtschaft ausmachen und die Existenz ganzer Länder bedrohen? Selbst konservative Schätzungen geben eine Derivate-Blase von ca. 600 Billionen Dollar an, die zusätzlich noch durch betrügerische Libor-Manipulationen weiter aufgebläht wird. Darf es so etwas geben wie Freiheit zum Betrug? Leider hat der Liberalismus diese Auffassung immer wieder vertreten auch bezüglich des Rauschgifthandels. Milton Friedman war aus grundsätzlich liberaler Haltung für den vollkommen freien Handel mit Heroin. Ein zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfaßtes “Manifest zur Freiheit”, denke ich, muss zu diesem Thema Stellung beziehen. Schließlich sind die von der EU geplanten Maßnahmen zur Enteignung der Bürger!!!! und Überwachung von 130 europäischen Banken eine direkte Folge dieser aus dem Ruder gelaufenen Finanzexzesse.Ludwig Erhard, auch ein Liberaler, würde sich angesichts dieser Zustände im Grab umdrehen und zwar ganz fürchterlich.
Hartmut Schönherr am 08.11.2013
Ich teile die Intentionen dieses Manifestes in den meisten Punkten, insbesondere dort, wo es um die Kritik am zunehmenden parteienübergreifenden Etatismus geht, an einem Staatswesen, das sich durch Bevormundungsstrukturen, Durchreglementierung und eine sich marktwirtschaftlich gebende Tendenz zur umfassenden Planwirtschaft auszeichnet, deren Steuerungsinstrumente Subventionen und deren Ziele Pfründensicherungen sind. Nicht mitgehen kann ich bei dem offensichtlich zentralen, gleich an erster Stelle stehenden Punkt zur Naturbeherrschung, dessen Ton und Tendenz auch an anderen Stellen durchschimmert. Es ist ein in meinen Augen totalitärer Ton, der den liberalen Grundintentionen des Manifestes entgegenläuft.

Bei aller berechtigten Kritik am elitären Gestus der Frankfurter Schule kann ich persönlich nicht hinter die Kritik der Aufklärung, die dort formuliert wurde, zurückgehen. Dass eng verstandene (und wie hier im Manifest formulierte) Naturbeherrschung verkoppelt ist mit Menschenbeherrschung und einer langfristig zum Cyborg führenden Selbstkontrolle, ist eine Einsicht, die für mich zum Bestand des zivilisatorischen Fortschritts gehört. Eine Aufklärung, die nicht sensibel ist für totalitäre Gesten in ihren eigenen Konzeptionen, eine Aufklärung, die Humanismus unter anderem an der schieren Quantität der Menschen misst, die der Planet ernähren kann und mit Spaßfunktionen versorgen, ist in meinen Augen nicht human, sondern selbstzerstörerisch.

Teile des Manifestes zehren von einem schon wahnhaft anmutenden Feindbild des “Ökologismus”. Im Club of Rome, der hinter der zitierten Publikation “The Limits to Growth” steht, waren jedoch keine Müslis und Birkenstocksandalen-Träger versammelt, sondern Teile der Wirtschafts- und Industrieelite. Die Müslis und Birkenstocksandalen-Träger jedoch stellen überwiegend die Gruppe derjenigen, die der Natur ein Eigensubjekt zusprechen. Und darauf haben sie ein Recht, das ihnen im vorliegenden Manifest schlichtweg abgesprochen wird. Sie sind, im Ton von Teilen des Manifestes verstanden, noch nicht genügend “aufgeklärt” und somit potentielle Objekte von Umerziehungsmaßnahmen. Es sollte die Verfasser des Manifestes nachdenklich machen, dass gerade in besonders entwickelten und “aufgeklärten” Gesellschaften und Schichten naturethische Konzepte Konjunktur haben.

Es zeugt im übrigen von einem gerüttelt Maß an Realitätsverkennung, wenn hier so getan wird, als sei umfassende Naturbeherrschung nicht weiterhin mehrheitlich praktizierte Ideologie des wirtschaftlichen und industriellen Umgangs mit den Ressourcen dieses Planeten.

Zur im Manifest sehr forsch formulierten Gegenstellung von Determinismus und Willensfreiheit empfehle ich die Beschäftigung mit der Nietzeschen Willensmetaphysik und deren historischer Rezeption, mit dem italienischen Futurismus (hat auch ein noch immer lesenswertes Manifest geschrieben) und seiner partiellen Einmündung in den italienischen Faschismus. Venedig hat die Attacken des italienischen Futurismus überstanden, ich hoffe, einige Regenwälder überleben die Attacken dieses Manifestes.

Aber ihr habt es ja als Diskussionsbeitrag, nicht als Glaubensbekenntnis verstanden (wobei dann die Bezeichnung “Manifest” nicht glücklich gewählt ist). Als Diskussionsbeitrag ist es wertvoll wie vieles von dem, was ich in NOVO lese.
Sabine Beppler-Spahl am 14.11.2013
Lieber Herr Schönherr,

vielen Dank für Ihren Beitrag.

Ich glaube, Sie haben sehr recht, wenn Sie darauf hinweisen, dass die Mitglieder des Club of Rome (Auftraggeber des Werks “Die Grenzen des Wachstums”) keine sozialen Aussenseiter waren. Das waren ranghohe Vertreter der Wirtschaft und Politik. Aber macht das die von ihnen präsentierte Analyse richtiger?

Der Club of Rome war richtungsweisend und hat unsere Meinung in Hinblick auf Ressourcen nachhaltig beeinflusst. Die konkreten Vorhersagen (z.B. Ölknappheit usw.) haben sich als erstaunlich falsch erwiesen. Schlimmer noch war der Pessimismus, der mit diesem Werk, das alles andere als uneigennützig war, einherging.

Natürlich geht es beim wirtschaftlichen und industriellen Umgang mit den Ressourcen dieses Planets um Naturbehrrschung (ich sehe keine Stelle im Manifest, die diese Realität leugnet). Die grundsätzliche Frage ist, wie wir das Streben des Menschen, seine Umwelt zu beherrschen und zu kontrollieren einschätzen. (Wenn wir über den Schutz des Regenwaldes sprechen, tun wir dies übrigens auch als Menschen, die das Ziel haben, ihre Umwelt im eigenen Interesse zu gestalten).

Ich stimme mit Ihnen aber auch darin überein, dass es in unserer Zeit Eiferer aller Couleur gibt. Der einzige Schutz gegen Intoleranz ist die offene Debatte, bei dem alle Seiten das Recht und die Möglichkeit haben, ihren Standpunkten Ausdruck zu verleihen.
Thilo Spahl am 14.11.2013
Wenn man sich für die Freiheit einsetzt, muss man kritisch gegenüber jeder Form von Herrschaft sein. Gilt das auch für die Naturbeherrschung? Es hängt natürlich immer davon ab, was gemeint ist. Aber ich würde sagen: Nein. Aus meiner Sicht ist die Forderung nach weitreichender Naturbeherrschung damit verbunden, eine klare Grenze zwischen Mensch und Natur, zwischen Subjekt und Objekt zu ziehen. Das heißt auch, dass man der Beherrschung der „menschlichen Natur“ enge Grenzen setzen muss, weil diese versucht, das Subjekt zum Objekt zu machen, während die Beherrschung der Natur darauf zielt, das Subjekt zu stärken, indem sie seine Handlungsmöglichkeiten erweitert. Menschenbeherrschung ist daher etwas ganz anderes als Naturbeherrschung. Naturbeherrschung führt nicht zum Totalitarismus.

Ich will auch nicht Humanismus an der Quantität der Menschen messen. Es geht eher darum, sich der Behauptung zu widersetzen, um der Natur willen müsse die Zahl der Menschen klein gehalten werden. Und es geht auch darum, den Menschen zuzugestehen, dass sie selbst entscheiden, welches Leben sie leben wollen, und nicht einer Elite die Aufgabe zu überlassen, sie mit „Spaßfunktionen“ zu versorgen – oder eben nicht zu versorgen, weil die Spaßbedürfnisse der Menschen aus ihrer Sicht fehlgeleitet sind und nicht mit der gewünschten Ressourcenschonung vereinbar. Natürlich darf jeder die Sandalen tragen, die ihm am besten gefallen, und auch der Natur ein Eigensubjekt zuschreiben. Ebenso wie wir Volkserziehung durch Sandalenträger ablehnen, sind wir auch gegen Umerziehungsmaßnahmen durch sandalenverachtende Liberale oder wen auch immer. Das Manifest setzt sich für bestimmte Sichtweisen ein, es fordert aber nicht dass die Lehrpläne in den Schulen entsprechend umgeschrieben werden müssen. Ich würde auch Naturbeherrschung nicht als „praktizierte Ideologie“ bezeichnen. Eher sehe ich, dass die Ideologie der Selbstbegrenzung des Menschen sich glücklicherweise nach wie vor schwertut, die Menschen von der Ausweitung der nützlichen Praxis der Naturbeherrschung abzubringen.
Alex Jarka am 07.11.2013
Ich wünsche mir einen politischen Agnostizismus und damit einhergehend ein demokratisches Anerkennen der Notwendigkeit der Gegenmeinung und ihrer Kultur.
Denn wenn wir wirklich ehrlich sind, kann kein Mensch auf der Welt sagen, welches Programm über die kommenden Jahrhunderte betrachtet das richtige für die Menschheit sein wird.
Fortschritt oder Konservativismus? Liberalismus oder Sozialismus? Religion oder Wissenschaft?
Unsere klügsten Köpfe haben brillante Masterpläne entwickelt, aber wer hat Recht?
Wir knüpfen unsere Hoffnung auf Frieden und Wohlstand an diese Konzepte. Aber sie bergen eben so sehr das Potenzial, unsere Zivilisation auf lange Sicht in die Katastrophe zu stürzen.

Ich spreche nicht für eine Kultur des Zauderns oder Selbstzweifelns oder gar für postmoderne Beliebigkeit. Es muß aber möglich sein, die eigene Meinung mit voller Überzeugung zu vertreten und dabei dennoch leidenschaftlichen Respekt für die Gegenseite aufzubringen.

Momentan meine ich, in der politischen Landschaft einen Willen zur gegenseitigen Vernichtung wahrzunehmen. Jeder sucht nach Möglichkeiten, dem anderen die Existenzberechtigung völlig abzusprechen.

Stattdessen sollten wir die Vielfalt der erarbeiteten Lösungswege als Reichtum ansehen.