Kommentare zum Freiheitsmanifest

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Kommentare (55)

Dieter Hümmer am 19.12.2013
„Freiheit“ bedeutet für mich…. … frank und frei seine Meinung sagen zu können, ohne Rücksicht zu nehmen auf Opportunität und Political Correctness. Der freiheitliche Rechtsstaat hat die Freiheitsrechte zu stärken,die Freiheitsräume und Handlungs-möglichkeiten seiner Bürger zu erweitern, um das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit zu gewährleisten (Art. 2 GG). Freiheit bedeutet Selbstbestimmung und bedingt Selbstverantwortung. Freiheit und Bindung gehören zusammen, denn absolute Freiheit ist absolute Bindungslosigkeit und Unordnung. Freiheit ist ein hohes Gut und heiliges Prinzip in Gottes Schöpfung. Christenmenschen sind zu ihr berufen (Paulus, Luther). Sie ist ein „Unterpfand des Glücks“ (deutsche Nationalhymne). Nach Perikles ist die Freiheit das „Geheimnis des Glücks“, und „der Freiheit Geheimnis ist der Mut“ und ihr Preis ist die Wachsamkeit (Leitspruch der Nato).
Ze do Rock am 05.12.2013
In komposita verheisst das wort ‘frei’ nix gutes, eigentlich das gegenteil von freiheit, fast so wie im buch 1984 von Orwell, wo friden krig bedeutet und freiheit sklaverei: judenfrei, ausländerfrei, raucherfrei. Immer muss jemand geschützt werden (die deutschen, die nichtraucher), und vileicht auch bald nichttrinker, “gesundlebende”, und am ende alle normalos. Wenn die menschenherde für die belange von minderheiten nix mer übrig hat, mag es sich immer noch um eine demokratie handeln, aber keine schöne.

ba ba

ze
Günter Ropohl am 01.12.2013
Ein Manifest soll einem Paukenschlag gleichen, der die Öffentlichkeit aufrüttelt. Kleine Trommelwirbel zu Nebensächlichkeiten sollten nicht davon ablenken. Das ist aber leider geschehen, wenn den grundlegenden Postulaten für individuelle Bürgerfreiheit fragwürdige Randbemerkungen zur Freiheit des Kapitals beigegeben wurden, die m.E. hier nicht hingehören. Das Bürgerrecht auf persönliche Freiheit, das von Bevormundungen und Verboten zunehmend bedroht wird, ist zu wichtig, als dass man es mit der höchst problematischen Wirtschaftsfreiheit machtvoller Organisationen auf dieselbe Stufe stellen dürfte.
Man begeht einen Kategorienfehler, wenn man ein individuelles Menschenrecht umstandslos auf ökonomische Grossgebilde überträgt. Mag sein, dass persönliche Freiheit die Unternehmerfreiheit von kleinen Buchhändlern, mittelständischen Fabrikanten und lokalen Genossenschaftsbanken einschliesst. Aber gilt das auch für „Amazon“, „Daimler“ oder die „Deutsche Bank“? Das Manifest übergeht diese schwierigen und umstrittenen Fragen.
Dahinter steht ein Erzübel des Liberalismus, wenn er nicht zwischen Bürgerfreiheit und Wirtschaftsfreiheit unterscheidet. Vor 40 Jahren hatten die „Freiburger Thesen“ der FDP schon einmal differenziertere Auffassungen entwickelt: „Die liberale Reform des Kapitalismus erstrebt die Aufhebung der Ungleichgewichte des Vorteils und der Ballung wirtschaftlicher Macht, die aus der Akkumulation von Geld und Besitz und der Konzentration des Eigentums an den Produktionsmitteln in wenigen Händen folgen“ (Vorbemerkung, These 4); die Exzesse des Kasinokapitalismus waren damals wohl noch nicht bekannt.
Gewisse Teile des Manifests (These 12 und Kommentar I,3) fallen hinter solche wohlbegründeten Auffassungen zurück. Im Kommentar wird sogar Adam Smith fälschlich in Anspruch genommen, obwohl dieser in seinem berühmten Buch mehrfach die Gefährdung des freien Marktes betont hat, die von grossen Unternehmen ausgeht (wirklich lesen muss man diesen Klassiker!). Die wirtschaftsliberalistischen Vergröberungen hindern mich daran, das Manifest zu unterzeichnen.
Schade, denn sonst könnte ich fast allem zustimmen – abgesehen vielleicht von einer zu pauschalen Fortschritts- und Wachstumsgläubigkeit (vgl. meinen Artikel „Wachstum und Fortschritt, Reizwörter einer törichten Debatte“,
http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/000862).
Wolfgang Krämer am 26.11.2013
zu Punkt 6: Wahlfreiheit für Eltern: Die Einrichtung von Kindertagesstätten hat dazu geführt, dass Kindergartenplätze z.B. in Köln nur als 35 oder 45 h Plätze pro Woche angeboten werden. Der 25 h Kindergartenplatz wird nicht mehr angeboten- aus finanziellen und/oder praktischen Gründen. Man darf zwar die Kinder früher nach Hause holen- allerdings die 45h bezahlen! Schöne neue Welt, in der Eltern nur noch Teilzeiteltern sein sollen!
Michael Kühnapfel am 26.11.2013
Wir brauchen eine Kultur des Argumentierens statt des Moralisierens, keine Gleichstellung, sondern Gleichheit in der Verantwortung fur das eigene Handeln
Udo Steffen am 26.11.2013
Ich teile die Auffassung der Autoren weitestgehend. Unsicher bin ich mir hinsichtlich der Aussagen zum Umweltschutz. Sind die Gefahren wirklich komplett von der Hand zu weisen? Wie könnte liberaler Umweltschutz aussehen?
Thilo Spahl am 01.12.2013
Es ist zunächst hilfreich zwischen Natur-, Umwelt- und Klimaschutz zu unterscheiden. Da mit Umwelt nur die menschliche Umwelt gemeint sein kann, ist Umweltschutz eine wichtige Aufgabe für jeden, der dem Menschen möglichst vorteilhafte Lebensbedingungen ermöglichen will. Naturschutz und Klimaschutz sind nur dann relevant, wenn sie auch als Umweltschutz gesehen werden, also auf den Menschen bezogen.
Beim Umweltschutz kommt es darauf an, Wege zu gehen, die effektiv und effizient sind. Die deutsche Energiewende ist ein gutes Beispiel dafür, wie diese beiden Kriterien ignoriert wurden. Sie ist sehr teuer und gleichzeitig in Hinblick auf das Klima praktisch ohne Wirkung. Andere Maßnahmen, etwa die Rauchgasentschwefelung zur Verbesserung der Luftqualität oder das FCKW-Verbot, sind sinnvoll und effektiv. Stark überbewertet erscheinen in Deutschland vor allem die Gefahren der Kernkraft. “Liberaler” Umweltschutz sollte zum einen Wahlmöglichkeiten des Einzelnen möglichst wenig beeinträchtigen, zum andern Marktmechanismen nutzen, um effiziente Lösungen zu erreichen.
Julian Ewers-Peters am 26.11.2013
Ich bin sehr positiv von dem Manifest überrascht. Bevor ich es gelesen habe, hatte ich so meine Bedenken, aber diese wurden widerlegt. Allein bei den offenenGrenzen und der Globalisierung sowie dem Bevölkerungswachstum bleibe ich bei einer eher konservativen Haltung, bin aber für Diskussionen offen.
Horst Kolz am 26.11.2013
Grundsätzlich kann man diesem Manifest zustimmen. Nur sehe ich die Demokratie nicht als Lösung, sondern sie ist das Problem. Es wird in der Demokratie immer Profiteure und Lobbyisten geben, welche Verbote fordern um dadurch Vorteile zu erlangen. Mehrheitsfähig werden diese dann durch Angstpropaganda. Eigentlich sehe ich nur die “Privatrechtsgesellschaft” nach Hoppe als Lösung an.
Rüdiger Wübbels am 26.11.2013
Freiheit, schöner Götterfunke, so hatte einst Schiller gedichtet, sah sich aber genötigt, das Wort Freiheit durch Freude zu ersetzen. Auf denn, lasst uns mit Lust und Freude für die Freiheit des Individuums eintreten, die natürlich da enden muss, wo die Freiheit des Anderen beginnt.
Axel Knappmeyer am 26.11.2013
Freiheit möge ein “Denken mit einschließen, das einen Prozess ermöglicht, in dem der Status quo nicht akzeptiert wird, auch wenn er noch so mächtig ist. Denn es gäbe gar keinen Prozess, wenn nicht etwas wäre, das nicht sein sollte.“ (frei nach TW Adorno)